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Eine Reise in die Welt der Kräuter

Im Kräuterworkshop von Karin Peter erfuhren die Teilnehmenden, wie Kräuter früher verwendet wurden und welche vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sie heute, insbesondere in der Küche, bieten.

 

Anhand des Mittelaltergartens und der Kräuteranlage auf Arenenberg zeigte Karin Peter, wie Gärten einst gestaltet waren: Ein Ruhebereich mit intensiv duftenden Kräutern stand einem Nutzgarten gegenüber, in dem Heil-, Färbe- und Küchenkräuter angebaut wurden. Auch Fruchtbäume gehörten selbstverständlich dazu. Beim Rundgang durch die moderne Kräuteranlage staunte die Gruppe über die grosse Vielfalt an Kräutern auf vergleichsweise kleiner Fläche. Dabei entstanden zahlreiche Ideen für den eigenen Garten.

Auf dem Rückweg ins Vinorama machte Karin Peter zudem immer wieder auf wildwachsende Kräuter aufmerksam, die sich hervorragend in der Küche verwenden lassen, etwa Brennnesseln, Giersch, Gundermann, Gänseblümchen oder Löwenzahn. «Das Sammeln von Kräutern auf Spaziergängen erachte ich jedoch als problematisch – einerseits bewegt man sich oft auf fremdem Grund, andererseits stellen tierische Hinterlassenschaften eine hygienische Herausforderung dar. Deshalb konzentrieren wir uns im Workshop hauptsächlich auf Kräuter, die im Garten oder auf dem Balkon gezogen werden oder problemlos erhältlich sind», erklärte Karin Peter.

Anschliessend machte sich die Gruppe ans Zubereiten verschiedener Rezepte mit frischen Kräutern. Die Speisen wurden als Tavolata angerichtet und gemeinsam genossen. Selbst erfahrene Hobbyköchinnen und Hobbyköche konnten Neues entdecken und staunten über die vielseitige Verwendung der Kräuter, von der Wurzel über die Blätter bis hin zur Saat. Dabei wurde auch deutlich, wie stark Kräuter bestimmte Küchen prägen: Peterli und Schnittlauch sind typisch für die Schweiz, Basilikum und Oregano für Italien, Koriander für Thailand und Mexiko sowie Dill für Skandinavien. Koriander war allerdings bereits vor Tausenden von Jahren auch in unserer Region verbreitet, wie archäologische Funde an Feuerstellen vermuten lassen.

Zum Abschluss stellten alle Teilnehmenden ihre eigene Kräutermischung zum Mitnehmen zusammen, entweder nach persönlichem Geschmack oder nach historischen Rezepten von Kräuterpfarrer Kneipp. «Viele der Rezepte, die ich in alten Kräuterbüchern gefunden habe, zielten darauf ab, Verstopfungen zu lösen. Das scheint ein grosses Problem unserer Vorfahren gewesen zu sein. Mit der Behandlung dieses Leidens verschwanden offenbar oft auch andere Beschwerden wie Kopfschmerzen», sagte Karin Peter schmunzelnd über ihre Recherchen in historischen Kräuterbüchern.

Hier ein paar Quellangaben und interessante Links:

  • Strabos Kräutergarten «Hortulus» und St. Galler Klosterplan, Landgüterverordnung Karls des Grossen
  • Tacuinum sanitatis
  • Hildegard von Bingen, 1098-1179. Sie war emanzipiert, gebildet und eine der ersten Wissenschaftlerinnen, Kräuterkundlerin, Ernährungsexpertin und Volksheilige. Ihr Werk "Causae et curae" setzt sich beispielsweise mit Entstehung und Behandlung verschiedener Krankheiten auseinander
  • Kräuterpfarrer Johann Künzle, 1857-1945, Kräuterpfarrer, «Chrut und Uchrut», «Das grosse Kräuterheilbuch»
  • Sebastian Kneipp, 1821-1897, Pfarrer, Naturheiler, «So sollt ihr leben», «Meine Wasserkur»
  • Conrad Gessner, 1516-1565, Arzt und Naturforscher, Gessner-Garten im alten botanischen Garten in Zürich
  • Vogel    https://www.avogel.ch/de/
  • Oskar Marti: Frühling in der Küche (auch Sommer, Herbst und Winter)
  • Bruno Vonarburg: Praxishandbuch Heilpflanzen, AT Verlag
  • Meret Bissegger: Meine wilde Pflanzenküche, AT Verlag, https://meretbissegger.ch/de/willkommen/
  • Kräutergarten kompakt, Ulmer Verlag
  • Maria Treben, Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Ennsthaler Verlag

Und ein Rezept aus dem Kräuter-Workshop:

Kräuterquark «Thurgau»
zu Gschwellti, Apéroplatten, Rösti, Röstgemüse 

  • Magerquark
  • Vollfettquark
  • Frischkäse
  • Salz, Pfeffer
  • Apfelbalsamico
  • Peterli, glattblättrig, fein gehackt, sehr viel!
  • und/oder Bärlauch und/oder Schnittlauch
  • Sellerieknolle, fein geraffelt
  • Apfel, in kleinste Würfeli geschnitten oder geraffelt

Alles gut vermischen, je nach gewünschter Konsistenz, mehr Flüssigkeit dazu geben, z.B. Apfelsaft oder Milch

Die nächsten Workshops:
Rebspaziergang mit Weindegustation: Donnerstag, 28.5.2026, 15 bis 18 Uhr, Vinorama Ermatingen,
Fermentieren, Gemüse kalt einmachen: Dienstag, 23. Juni 2026, 19 bis 21 Uhr, Engel’s Früchtehof, Mammern
Kräuter-Workshop: Samstag, 12. September 2026, 10 bis 13 Uhr, Vinorama Ermatingen
Anmelden: info@genusszeit.ch

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